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Donnerstag, 15. Januar 2009

Dämmung von Musikräumen

Eine häufig gestellte Frage von Musikern ist, wie man einen Probenraum effektiv gegen Lärm und unangenehmen Störschall dämmen kann. Bei dieser Fragestellung müssen zwei Dinge unterschieden werden:

Einmal geht es hierbei um die Schalldämmung im Sinne eine Lärmreduktion von Innen nach Aussen zum Schutz der Nachbarn, oder auch umgekehrt von Außen nach Innen zum Schutz gegen unerwünschten Störschall bei Tonaufnahmen. Im Vordergrund steht dabei in erster Linie die möglichst weitgehende Schallelimination.

Zum anderen besteht die Forderung nach der Dämpfung von Reflexionen mit dem Ziel der Klangverbesserung im Innenraum, um z.B. die Aufnahmequalität oder die Sprachverständlichkeit zu steigern. Hierbei geht es dagegen um die Schaffung eines ausgewogenen Klangbildes bei möglichst gutem Erhalt des Schalls im Innenbereich!

Dies sind also zwei vollkommen unterschiedliche Forderungen.

Die gewünschte Reflexionsdämpfung erreicht man durch den geschickten und moderaten Einsatz von Absorbern sowie Weichschaummatten in Pyramidenform und in sehr begrenzter Weise auch mit den typischen Eierkartons. Dies betrifft aber lediglich die höheren Frequenzen. Speziell Schaumstoffe wirken erst ab Frequenzen um etwa 1-2kHz. Diese stellen aber bezüglich der Nachbarn kein Problem dar, da sie das Mauerwerk nicht durchdringen, daher sind Schaummatten für Schallisolation untauglich. Die störenden Bässe hingegen, die man sehr wohl außerhalb der eigenen Räume wahrnimmt, werden nur von speziellen Breitbandabsorbern reduziert und dies auch nicht vollständig. Derartige Absorber haben somit auch nur die Aufgabe, im Innenraum für ausgewogenen Klang zu sorgen. Weitergehende Maßnahmen sind diesbezüglich Diffusoren, die den Schall unspezifisch Reflektieren, statt ihn zu vernichten.

Schaumstoffe, Teppiche oder Vorhänge haben keine echte Wirkung auf die Dämmung nach aussen!

Die einzige Möglichkeit, Schall effektiv daran zu hindern, das Mauerwerk zu durchdringen und den Raum zu verlassen, ist sehr dick und schwer zu bauen- bzw. mit zusätzlichen Zwischenwänden zu arbeiten. Je dicker das Mauerwerk, oder sonstige Innenausbauten gestaltet sind, desto undurchdringlicher werden sie für Schallschwingungen, da die Masse erst in Bewegung gesetzt werden muss, bevor diese dann ihrerseits die Luft auf der anderen Seite anregen kann. Maßgeblich ist hier das sogenannte Flächengewicht des Materials: Auch vergleichsweise starker Schalldruck bewegt eine schwere und dicke Wand nur minimal, sodas auch die Lauft dahinter nur geringfügig angeregt wird. Leider lässt sich bautechnisch hier im Nachhinein kaum etwas ändern!

Einen vorhandenen Raum nachträglich zu dämmen bedeutet daher, eine zusätzliche Wand einzuziehen und die beiden entstehenden Lufträume komplett zu trennen. Um einen eigenen abgeschirmten Bereich zu schaffen muss eine komplett dichte Innenschale eingefügt werden. Beispielsweise kann man durch typischen Trockenausbau eine Art Grundgerüst aus Holzlatten oder Aluminiumprofilen aufstellen, welche ihrerseits Spanplatten oder Gipskartonplatten tragen. Die Profile sollten vom Boden entkoppelt werden und die verkleidenden Platten die Außenwand logischerweise nicht berühren. Selbstredend braucht man dann eine zusätzliche Tür sowie gfs Fenster im Bereich des ursprünglichen Fensters. Diese sollten möglichst gut schließen- im Idealfall praktisch luftdicht! Am Besten setzt man alte und neue Türen bzw. Fester optisch direkt gegeneinander und fügt etwas Schaumstoff zwischen die Rahmen ein. Die Belüftung, die man in kleinen kompakten Schalenräumen, welche nicht den gesamten Raum erfüllen, meist vorfindet, ist nicht notwendig: Das Raumvolumen ist ja entsprechend größer und in den Pausen wird einfach durch 2 Fenster hindurch gelüftet. Die Beleuchtung muss natürlich in den Innenraum weitergezogen werden, genauso wie elektrische Anschlüsse.

Der gesamte Schallschutzeffekt wirkt dabei auf zwei Arten: Erstens existieren nun zwei Wände, durch die der Schall hindurch muss und zweitens komme es aufgrund von zeitlich verzögerten Wellenreflexionen an den beiden räumlich versetzen Wänden auch zu Überlagerungen und Auslöschungen derselben. Außerdem wird der Zwischenraum teilweise mit Dämmmaterial gefüllt, um die darin enthaltene Luft zu beruhigen. Nur diese Maßnahme des sogenannten "Raum im Raum"- Prinzips allein, kann gegen Störschall in beide Richtungen wirklich wirksam helfen.

Die Innenseite einer solchen Konstruktion hört sich natürlich wieder so an, wie ein leerer Raum: Es peitscht und knallt bei jedem Geräusch und zusätzlich schwingt der Raum gemäß seiner Eigenfrequenzen mit. Die Wände müssen daher gemäss der Forderung nach einem gleichmäßig klingenden Raum durch geeignete Dämmmaßnahmen beruhigt werden.

Der Knackpunkt ist also das Doppelraumsystem: Vereinfacht könnte man sagen, dass Mauerdicke und Doppelraumsystem gegen die Schallquantität wirken, während Dämmstoffe auf oder vor der Wand die Schallqualität definieren.

Von Seiten professioneller Hersteller gibt es inzwischen ein Palette an Lösungen für mobile Raum-in-Raum-Konzepte: Mehr oder weniger große Boxen und Kabinen lassen sich nachträglich in Studios und Probenräumen aufstellen und bei Bedarf wieder demontieren.quelle:studio96.de


Dienstag, 30. Dezember 2008

Wärmedämmung - Dämmstoffe

Dämmstoffe sind Materialien mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit wie beispielsweise Styropor, Mineralwolle oder aber auch Lehm.

Mineralwolle:

Bezeichnung für Dämmstoffe aus Glas- und Steinwolle, als Platten und Rollenware erhältlich.

Hartschaumplatten:

Geschäumtes Polystyrol ist als eingetragenes Warenzeichen der BASF unter der Bezeichnung »Styropor« bekannt, und in verschiedenen Ausführungen als Plattenware im Handel erhältlich.

Natürliche Dämmstoffe:

Darunter fallen Materialien wie Hanf, Kork, Baumwolle, Sägespäne usw. diese Dämmstoffe gibt es größtenteils als Dämmplatten oder als loses Füllmaterial zum einblasen.

quelle:die-heimwerkerseite.de

Dienstag, 9. Dezember 2008

Nachträgliche Wärmedämmung

Seit September 2005 arbeiten wir mit der nachträglichen Wärmedämmung von Gebäuden durch das Einblasen von Dämmstoffgranulaten und -flocken.

Die sogenannte Einblasdämmung ist eine bewährte und effiziente Maßnahme gegen die stetig steigenden Heizkosten. Bis zu 30 % der Heizkosten lassen sich durch diese Methode reduzieren. Zudem wird das Innenraumklima deutlich verbessert: Kalte Wände und Böden im Winter sowie schwüle Hitze im Sommer gehören der Vergangenheit an.

Die Einblasdämmung ist speziell für die Dämmung von zweischschaligem Mauerwerk und von Hohlräumen, sowie für extrem unebene Flächen entwickelt worden. Das Dämmgranulat füllt vorhandene Luftschichten vollflächig aus.

Hier noch einige weitere Vorteile:

* keine Staubbelästigung und Faserflug durch Komplettverklebung mit Schaumbenetzung
* kostengünstige Ausführung durch hohe Tagesleistung
* keine Kältebrücken durch eine fugenlose und hohlraumfreie Dämmschicht
* keine Mieterbelästigung durch Materialtransport in einen geschlossenen Schlauchsystem.
quelle:.adams-bautenschutz.de

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Einteilung und Eigenschaften von Dämmstoffen

1. Einteilung

1.1 Einteilung

Dämmstoffe können in verschiedene Gruppen, z.B. nach Lieferform (Matte, Schüttung usw.), nach chemischen Aufbau (organisch, anorganisch), nach Herkunft (natürlich, synthetisch) oder Verwenungszweck (Wärmedämmung, Trittschalldämmung), eingeteilt werden.

Materialgruppe Matten/Filze Platten Schüttungen
Mineralische Dämmstoffe - Perlite
Schaumglas
Kalzium-Silikat
Mineralschaum
Perlite
Glimmerschiefer
Blähglas-Granulat
Mineralisch-Synthetische
Dämmstoffe
Mineralfasern Mineralfasern Mineralfaserflocken
Synthetische
Dämmstoffe
Polyester Polystyrol (EPS/XPS)
Polyurethan-
Hartschaum (PUR)
-
Pflanzliche Dämmstoffe Flachs
Hanf
Kokosfasern
Baumwolle
Holzfasern
Kork
Schilf
Zellulose
Zellulose
Kork
Baumwolle
Holzspäne
Holzfasern
Tierische Dämmstoffe Schafwolle - Schafwolle

Marktanteile der Dämmstoffe

1.2 Bezeichnung und Normung

Dämmstoffe werden entweder nach Normen oder aber nach bauaufsichtlichen Zulassungen produziert.
Zur Zeit werden die nationalen Stoffnormen im Zuge der europäischen Vereinheitlichung aktualisiert bzw. ersetzt.
Die entsprechenden Stoffnormen legen genau fest, welche Angaben in den Bezeichnungen von Dämmstoffen enthalten sein müssen. So wurde zum Beispiel ein Wärmedämmstoff aus Polyurethan-Hartschaum bisher folgendermaßen bezeichnet:
Wärmedämmstoff DIN 18 164 - PUR - P - WD - 025 - B2 - 100.
P bedeutet hierbei die Lieferform Platte, WD den Anwendungstyp, 025 die Wärmeleitfähigkeitsgruppe, B2 die Baustoffklasse und 100 die Dämmstoffdicke in mm.
Trittschalldämmstoffe wurden bisher folgendermaßen bezeichnet:
Trittschall-Dämmplatte DIN 18 165-2 - MW - P - T - 3,5 - 10 - 035 - A2 - 25-5.
MW bedeutet Mineralwolle, 3,5 ist die max. Verkehrslast in kN, 10 ist die Steifigkeitsgruppe und 25-5 bedeutet die Dämmdicke 25 mm und eine Zusammendrückbarkeit von 5 mm.
Nach der neuen europäischen Normung werden die Dämmstoffe aus Material, Wärmeleitfähigkeit
und Anwendungstyp wie folgt definiert: EPS 035 DAA dm
Bei dieser Flachdachdämmplatte steht EPS für Expandierten Polystyrol-Hartschaum, 035 für die Wärmeleitgruppe, DAA für das Anwendungsgebiet Außendachdämmung unter Abdichtung und dm für die mittlere Druckbelastbarkeit des Dämmstoffes.

1.3 Anwendungsgebiete

Um die Dämmstoffe entsprechend dem Einsatzgebiet, Wärmedämmung bzw. Trittschalldämmung, besser zuordnen zu können, unterschied man bisher Anwendungstypen.
Im Zuge der Vereinheitlichung der nationalen Normen auf einen einheitlichen europäischen Normenkatalog, wurden auch die Anforderungen an die Wärmedämmstoffe neu definiert.
Die neue Normung erlaubt eine bessere Zuordnung der Dämmstoffe zu den jeweiligen Einsatzgebiten und gibt gleichzeitig Eigenschaften an.
Anwendungsgebiete nach der neuen DIN 4108-10:

Anwendungs-
gebiet
Kurz-
zeichen
Anwendungsbeispiel
Dach, Decke DAD Außendämmung von Dach oder Decke, witterungsgeschützt, unter Deckung
DAA Außendämmung von Dach oder Decke, witterungsgeschützt, unter Abdichtung
DUK Außendämmung eines Umkehrdaches, der Bewitterung ausgesetzt
DZ Zwischensparrendämmung
DI unterseitige Innendämmung der Decke oder des Daches, abgehängte Decke
DEO Innendämmung unter Estroch ohne Schallschutzanforderungen
DES Innendämmung unter Estrich mit Schallschutzanforderungen
Wand WAB Außendämmung der Wand hinter Bekleidung
WAA Außendämmung der Wand hinter Abdichtung
WAP Außendämmung der Wand unter Putz
WZ Dämmung von zweischaligen Wänden
WH Dämmung von Holzrahmen- und Holztafelbauweise
WI Innendämmung der Wand
WTH Dämmung zwischen Haustrennwänden
WTR Dämmung von Raumtrennwänden
Perimeter PW Außenliegende Wärmedämmung (Perimeterdämmung) von Wänden gegen Erdreich (außerhalb Abdichtung)
PB Außenliegende Wärmedämmung unter Bodenplatten gegen Erdreich (außerhalb Abdichtung)


Produkt-
eigenschaft
Kurz-
zeichen
Beschreibung Beispiel
Druckbelast-
barkeit
dk keine Druckbelastbarkeit Zwischensparrendämmung
dg geringe Druckbelastbarkeit unter Estrich im Wohnbereich
dm mittlere Druckbelastbarkeit nicht genutzte Dachflächen
dh hohe Druckbelastbarkeit genutzte Dachflächen
ds sehr hohe Druckbelastbarkeit Parkdeck, Industrieböden
dx extrem hohe Druckbelastbarkeit Parkdeck, Industrieböden
Wasser-
aufnahme
wk keine Anforderungen Innendämmung
wf Wasseraufnahme durch flüssiges Wasser Außendämmung Wand
wd Wasseraufnahme durch flüssiges Wasser und/oder Diffusion Perimeterdämmung, Umkehrdach
Zugfestigkeit zk keine Anforderungen Hohlraumdämmung
zg geringe Zugfestigkeit Außendämmung Wand hinter Bekleidung
zh hohe Zugefestigkeit Außendämmung Wand unter Putz
Schall-
technische
Eigenschaften
sk hohe Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung wenn keine schalltechn. Anforderungen
sh hohe Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung unter schwimmenden Estrich, Haustrennwand
sm mittlere Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung unter schwimmenden Estrich, Haustrennwand
sg geringe Zusammendrückbarkeit, Trittschalldämmung unter schwimmenden Estrich, Haustrennwand
Verformung tk keine Anforderungen Innendämmung
tf Dimensionsstabilität unter Feuchte und Temperatur Außendämmung der Wand unter Putz
tl Dimensionsstabilität unter Last und Temperatur Dach mit Abdichtung

Die bisher geläufigen alten Bezeichnungen der Anwendungstypen haben größtenteils schon
ihre Gültigkeit verloren:
Typkurz-
zeichen
Verwendung des Wärmedämmstoffes
W nicht druckbelastbar (z.B. für Wände und Decken)
WL nicht druckbelastbar (z.B. für Zwischenparrendämmungen und Balken)
WD druckbelastbar (z.B. under druckverteilenden Böden und als Aufsparrendämmung)
WS erhöhte Belastbarkeit für Sondereinsatzgebiete
WDS erhöhte Belastbarkeit für Sondereinsatzgebiete
WDH erhöhte Belastbarkeit unter druckverteilenden Böden
WV beanspruchbar auf Zugfestigkeit senkrecht zur Plattenebene
(z.B. bei Fassaden mit Putzsystem) bzw.
beanspruchbar auf Abreiß- und Scherbeanspruchung
WB beanspruchbar auf Biegung
Typkurz-
zeichen
Verwendung des Trittschalldämmstoffes
T Trittschalldämmstoffe (z.B. unter schwimmenden Estrichen)
TK Trittschalldämmstoffe mit geringerer Zusammendrückbarkeit bzw.
Trittschalldämmstoffe mit Anforderungen an den Luft- und Trittschallschutz nach DIN 4109

1.4 Übereinstimmungszeichen

Das Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen als sogenanntes TÜV-Zeichen) gibt an, ob der Dämmstoff den betreffenden technischen Regeln entspricht und einer laufenden Kontrolle und Überwachung unterliegt.

2. Wärmeschutz

2.1 Wärmeleitfähigkeit λ

Die spezifische Wärmeleitfähigkeit ist die wichtigste Eigenschaft von Wärmedämmstoffen.
Sie gibt an, welche Wärmemenge in einer Stunde bei einem Temperaturunterschied von ΔT = 1 K durch 1 m² einer 1 m dicken Schicht eines Stoffes strömt.
Die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffen wird u.a. vom Porenvolumen, der Porengröße, dem Gefügeaufbau, der Rohdichte, der Temperatur, Feuchtigkeit und des Luftdruckes beeinflusst.

Vergleich Wärmeleitfähigkeit von Dämmstoffen

2.2 Rechnerische Wärmeleitfähigkeit λ(R)

Für die praktische Anwendung bei wärmeschutztechnischen Berechnungen wurde der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit λ(R) eingeführt. Aufgrund der großen Anzahl von nur minimal unterschiedlichen Werten, wurden diese zu Gruppen zusammengefasst. Diese kennzeichnen den Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit, mit dem nach DIN 4108 gerechnet werden muss.
Der Wert λ(Z) ergibt sich aus dem Meßwert λ(10,tr) bei 10°C + einem Zuschlag Z nach DIN 52 612-2, DIN V 4108-4:1998-10 bzw. Bauregelliste A Teil 1.
Durch Rundung ergibt sich der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit λ(R).

2.2 Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG)

Die Einteilung der Dämmstoffe nach Wärmeleitfähigkeitsgruppen (WLG) erfolgt nach dem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit und dient der Vereinfachung bei Berechnung und Anwendung.
Die Wärmeleitfähigkeitsgruppe ergibt sich direkt aus dem Bemessungswert λ(R):
λ(R) mit 0,040 W/(m·K) = WLG 040.


2.3 Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert)

Der U-Wert (früher k-Wert) bezeichnet die Wärmemenge, die in 1 Sekunde durch eine Bauteilfläche von 1 m² bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin hindurchgeht. Zu berücksichtigen sind dabei Dicke, Material und Schichtaufbau des Materials. Je kleiner der Wärmedurchgangskoeffizient eines Bauteils, desto besser ist seine Wärmedämmung. Von der Höhe des U-Wertes hängt die erforderliche Dämmstoffdicke ab.

2.5 spezifische Wärmekapazität c

Die spezifische Wärmespeicherkapazität eine Baustoffes gibt an, wieviel Wärme ein Stoff je kg bei einer Temperaturänderung von 1 K aufnahmen kann.
Die DIN V 4108-4 enthält Rechenwerte für c.

2.6 Speicherfähigkeit ρ·c

Die Wärmespeicherfähigkeit eines Dämmstoffes ist ein wichtiger Faktor für den Sommerlichen Wärmeschutz. Dies spielt vor allem bei Leichtbaukonstruktionen eine große Rolle.
Das Produkt aus der Einbaudichte ρ [kg/m³] und der spezifischen Wärmekapazität c [Wh/(kgK)] des Dämmstoffes charakterisiert die gespeicherte Wärme.
Holzfaserdämmstoffe besitzen eine relativ hohe Wärmespeicherfähigkeit, während Mineral- und Polyesterfasern die geringsten Werte aufweisen.

2.7 Temperaturleitfähigkeit a

Die Temperaturleitfähigkeit ist der Quotient aus der Wärmeleitfähigkeit λ [W/(mK)] und die Speicherfähigkeit ρ·c [Wh/[m³·K]
a=λ/(ρ·c) [m²/h].
Dämmstoffe mit einer kleinen Temperaturleitfähigkeit eignen sich besonders gut für den sommerlichen Wärmeschutz.

2.8 Temperaturamplitudendämpfung (TAD)

Die Temperaturamplitudendämpfung ist ein Kennwert, der die Temperaturleitfähigkeit aller Baustoffschichten und deren Reihenfolge in der Konstruktion berücksichtigt.
Mit Hilfe der TAD kann eine Aussage für den sommerlichen Wärmeschutz getroffen werden. Wenn ein Bauteil vor sommerlicher Hitze schützen soll, so sollte der Wert mindestens 10 betragen.

2.9 Phasenverschiebung

Die Phasenverschiebung ist der Zeitraum zwischen dem Auftreten der höchsten Temperatur auf der Außenoberfläche eines Bauteils bis zum Erreichen der höchsten Temperatur auf der Innenseite. Sie ist Abhängig von der Wärmespeicherfähigkeit des Baustoffes.



3. Feuchtigkeitsverhalten

3.1 Feuchteschutz

Wärme- und Feuchteschutz stehen in einem engen Zusammenhang. Feuchte Dämmstoffe weisen eine schlechtere Wärmedämmung auf, da Wasser eine höhere Wärmeleitfähigkeit als die Luft im Dämmstoff besitzt.
In Gebäuden können Baustoffe infole Schlagregen, Dampfdiffusion oder Dampfkonvektion durchfeuchten. Tauwasser entsteht vor allem dann, wenn Wasserdampf nach außen diffudiert und dabei in den kälteren äußeren Bauteilschichten auf einen höheren Wasserdampfdiffusionswiderstand eines bauteils stößt. Dies kann zu Feuchteschäden, wie Schimmelpilzbefall, Korrosion und Frostschäden führen.

3.2 Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl μ

Die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl ist eine der wichtigsten Stoffgrößen für das Verhalten von Dämmstoffen. Sie charakterisiert den Widerstand, den ein Baustoff der Dampfdiffusion entgegensetzt.

3.3 Tauwasser

Tauwasser entsteht aufgrund der Wanderung von feuchter Luft aufgrund unterschiedlicher Temperaturen und Feuchtegehalte im Innenraum und der Außenluft. Für den Wasserdampftransport sind zwei Mechanismen von Bedeutung: · Wasserdampfdiffusion und · Wasserdampfkonvektion. Durch Wasserdampfkonvektion kann leicht das 10fache an Dampf gegenüber Wasserdampfdiffusion transportiert werden. Bei der Tauwasserbildung in Dachkonstruktionen sind unterschiedliche Vorgänge möglich. Es handelt sich um · Tauwasserausfall im Belüftungsraum infolge zu großer Wasserdampfbelastung und/oder zu geringem Belüftungsstrom (Primärtauwasser) · Tauwasserausfall an der Unterseite der Dachdeckung bei Wärmeabstrahlung der Dachoberfläche in kalten, klaren Nächten (Sekundärtauwasser) · Tauwasser an der raumzugewandten Innenfläche der Dachkonstruktion, vornehmlich an konstruktiven und geometrischen Wärmebrücken · Innerer Tauwasserausfall infolge gestörten Wasserdampftransportes durch die Schichtenfolge. Ein Sonderfall des Primärtauwassers ergibt sich, wenn feuchte Luft aus dem Innenraum durch Fugen und Spalten der wärmedämmenden Schichten in den Belüftungsraum gelangt und dort auskondensiert. Hierdurch kann ein Vielfaches an Wasserdampf in den Belüftungsraum gegenüber dem Transportmechanismus infolge Wasserdampfdiffusion gelangen. Deshalb ist es enorm wichtig, rauminnenseitig eine vollflächige luftdichte Schicht einzubauen.


4. Brandschutz

4.1 Baustoffklassen

Bei dem Einsatz von Dämmstoffen ist eine genaue Auswahl entsprechend den brandschutztechnischen Bestimmungen zwingend notwendig. Die Norm DIN 4102 regelt die Prüfung und Beurteilung von Dämmstoffen entsprechend dem Brandverhalten in Baustoffklassen:

A 1 nichtbrennbar
A 2 nichtbrennbar
B 1 schwerentflammbar
B 2 normalentflammbar
B 3 leichtentflammbar (im Bauwesen seit 1979 nicht mehr zulässig)

Das Brandverhalten wird nicht nur vom Dämmstoff selbst, sondern auch von evtl. Bindemitteln, Klebern, Flammschutzmitteln, Beschichtungen usw. positiv oder negativ beeinflußt.

4.2 Temperaturbeständigkeit

In der Praxis ist spielt auch die Temperaturbeständigkeit von Dämmstoffen eine wichtige Rolle. Die Grenze der Anwendungstemperatur wird durch unterschiedliche Merkmale gekennzeichnet, wie z.B. der Maßhaltigkeit, Formstabilität und thermischen Zersetzung.
Zur Zeit existiert jedoch noch kein gültiges Prüfverfahren zur Bestimmung der oberen Temperaturanwendungsgrenze.



5. Schallschutz

5.1 Schallschutz

Schallschutz soll Belästigungen und Gesundheitsschäden von Benutzern und Bewohnern baulicher Anlagen Lärm und Geräusche verhindern.
Maßnahmen zur Verminderung der Schallübertragung zwischen Räumen bezeichnet man als Schalldämmung. Unter Schallabsorption versteht man die Verminderung von Schallwellenfortpflanzung innerhalb eines Raumes.
Anforderungen an die Schalldämmung werden in DIN 4109 - Schallschutz im Hochbau festgelegt.
Für den Körperschallschutz wird eine elastische Schicht als Trennfläche verwendet. Gute Schalldämmung wird durch massive Bauweise bzw. Entkoppelung von Bauteilen, zum Beispiel durch Dämmstoffe, erreicht. Baustoffe mit guten schalltechnischen Eigenschaften sind z.B. Kokosfasern, Mineralwolle-Dämmstoff und Cellulose-Dämmstoff. Bei der Dämmstoffauswahl sind schalldämmende und wärmedämmende Eigenschaften immer gemeinsam zu betrachten und entsprechend zu bewerten.

5.2 dynamische Steifigkeit s'

Die dynaische Steifigkeit von Dämmstoffen beeinfußt die Trittschalldämmung und das dynaische Elastizitätsmodul. Je kleine s', um so größer ist das Trittschallverbeserungsmaß ΔL(w).

5.2 Trittschalldämmung und Steifigkeitsgruppe

Dämmstoffe zur Trittschalldämmung müssen einer Steifigkeitsgruppe zugeordnet und entsprechend gekennzeichnet werden.
Gruppe 30 bedeutet zum Beispiel s' ≤ 30 MN/m³.


6. Umwelteigenschaften

6.1 Ökologie

Eine Wärmedämmung verhindert Wärmeverluste von Gebäuden an die Umgebung. Sie ist eine der effektivsten und wichtigsten Maßnahmen, den Energieverbrauch zu verringern und damit den CO2-Ausstoß und die Energiekosten zu senken.
Die ökologischen Eigenschaften eines Dämmstoffes werden jedoch nicht nur aus seiner Dämmwirkung, sondern auch aus dem Energieaufwand bei der Herstellung, den verfügbaren Rohstoffen und evtl. Schadstoffemission bei der Herstellung bzw. gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen bestimmt.
Der Energieeinsatz bei der Herstellung von Wärmedämmstoffen muss sich innerhalb der Nutzungszeit amortisieren, d.h. dass bei der Produktion der Dämmstoffe nicht mehr Energie verbraucht werden darf, als später eingespart werden kann (Primärenergiebilanz). Die ist bei Dämmstoffen immer der Fall; die energetische Amortisation tritt meist nach kurzer Zeit ein.

6.2 Primärenergiebedarf

Der Primärenergiebedarf bzw. Primärenergieaufwand eines Dämmstoffes gibt an, wieviel Primärenergie zur Herstellung des Produktes aufgewandt werden muss. Die Berechnung des Primärenergiebedarfs für sythetische Hartschaumstoffe beginnt z.B. mit der Förderung des Erdöls, für Zellulosedämmstoffe mit der Sammlung des Altpapiers. Der Energiebedarf für den Einbau, Entsorgung oder Recycling ist im Primärenergiebedarf nicht enthalten.

6.3 Umweltzeichen

Umweltzeichen werden für Dämmstoffe und andere Produkte vergeben, die sich gegenüber anderen Produkten durch besonders positive ökologische Eigenschaften hervortun.
Die Einteilung erfolgt jedoch nach Unterschiedlichen Kriterien, so dass ein allgemeiner Vergleich nicht möglich ist.
Eines der bekanntesten Umweltzeichen ist der "Blaue Engel". Er wird für Dämmstoffe vergeben die zu einem überwiegendem Teil aus Altglas oder Altpapier gewonnen werden.
Das Österreichische Umweltzeichen wird nach Bestimmten Kriterien (Schadstoffgehalt usw.) auch für alternative Wärmedämmstoffe vergeben.
quelle:waermedaemmstoffe.com

Dienstag, 2. Dezember 2008

Wärmedämmstoffe




Als Dämmstoffe bezeichnet man Baustoffe, die aufgrund vieler Hohlräume ein großes Volumen bei geringem Gewicht haben und sich für die Dämmung eignen. Die ruhende zum Teil eingeschlossene Luft, die im Vergleich zu Festkörpern ein schlechter Wärmeleiter ist, bewirkt die wärmedämmende Eigenschaft dieser Materialen.
Wärmedämmstoffe besitzen eine niedrige spezifische Wärmeleitfähigkeit λ von kleiner 0,1 W/(m·K).

Dämmstoffe spielen eine wesentliche Rolle für eine energiebewußte Bauweise und tragen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes bei, der die Ursache für den künstlichen Treibhauseffekt und Klimaveränderungen ist.
Mit der Einsicht in die Notwendigkeit von Energieeinsparungsmaßnahmen, wächst die Bedeutung der Wärmedämmstoffe.

In Deutschland werden pro Jahr ca. 35 Millionen m³ Dämmstoffe verarbeitet. Auf dem Markt wird eine Vielfalt an Dämmstoffen für die verschiedensten Einsatzgebiete angeboten. Dämmstoffe werden aus den unterschiedlichsten Materialien (vom Altglas über Vulkangestein bis zur Schafwolle) und Formen (Filz, Platte, Schüttung usw.) hergestellt.
Leider gibt es jedoch nicht den idealen Dämmstoff. Synthetische Dämmstoffe stammen meist aus energieaufwendigen Herstellungsprozessen und die Rohstoffe dafür sind nur begrenzt verfügbar. Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind nicht für jeden Einsatzzweck geeignet.

Weitere wichtige Eigenschaften für die Anwendung und Gebrauchstauglichkeit sind das Feuchtigkeitsverhalten, das Brandverhalten, die Schalldämmung und die Wärmespeicherfähigkeit. Neben den verbreitetsten Dämmstoffen, Mineralwolle und Hartschaumstoffen, nimmt in den letzten Jahren auch die Verwendung von ökologischen Dämmstoffen stetig zu.quelle:waermedaemmstoffe.com

Sonntag, 30. November 2008

Warm einpacken – die richtige Außendämmung

Die Dämmung, sprich Isolierung der Außenwände sollten Sie aus Kostengründen am besten bei einer Fassadenrenovierung mitmachen. Sie ist im Vergleich zu anderen Maßnahmen teurer, bringt aber auch am meisten. Es ist auch sinnvoll, im Zuge der Fassadensanierung die Fenster gleich mit zu sanieren oder zu erneuern.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen vier Wanddämmarten:

1. Wärmedämmverbundsystem oder Thermohaut

Bei diesem umfassenden Vollwärmeschutz isoliert ein Wärmedämmverbundsystem das Gebäude von außen. Dämmstoffplatten werden direkt auf dem Außenputz der alten Fassade angebracht, darüber wird eine Schicht aus Armierungsmörtel und -gewebe aufgebracht, danach wird wieder verputzt. Bei diesem Verfahren dürfen nur komplett aufeinander abgestimmte Komponenten eines Herstellers verwendet werden. Der Dämmstoff sollte mindestens zwölf Zentimeter dick sein. Ihr Energieberater ermittelt Ihnen die individuell optimale Dämmstoffstärke.

2. Die hinterlüftete Vorhangfassade

In ländlichen Regionen findet man häufig die hinterlüftete, vorgehängte Fassade vor. Bei dieser traditionellen Bauweise dienen Holzschindeln, Schieferplatten oder Ziegel als Verkleidung. Eine moderne hinterlüftete Vorhangfassade lässt sich besonders leicht an kleinen Häusern anbringen.

Bei der Montage wird zunächst eine Unterkonstruktion an die Fassade gedübelt. Anschließend werden die Dämmplatten zwischen der Unterkonstruktion auf dem alten Putz angebracht. Zur Abführung von Feuchtigkeit bleibt zwischen Dämmschicht und der Verkleidung, dem so genannten Vorhang, eine Belüftungsschicht.

3. Kerndämmung

In Norddeutschland wurden Wohngebäude seit etwa 100 Jahren häufig mit einem zweischaligen Mauerwerk mit Hohlschicht gebaut. Hierfür bietet sich eine nachträgliche Kerndämmung an, bei der mit einem Einblasverfahren der Luftspalt komplett mit Dämmstoff aufgefüllt wird. Damit Sie hinterher keine bösen Überraschungen erleben, sollten Sie sich bei einer Kerndämmung vom Handwerker eine Wasserdampfdiffusions-Berechnung geben lassen, die nachweist, dass die Maßnahme unbedenklich ist.

4. Innendämmung als Kompromiss

Die wichtigste Voraussetzung sind trockene Wände, in die weder von außen noch von unten Feuchtigkeit eindringt. Auf der Raumseite muss unbedingt eine dampfsperrende oder –bremsende Schicht angebracht werden, damit keine Feuchtigkeit aus dem Raum in die Konstruktion eindringt. Durchbrüche durch diese Schicht sollten Sie vermeiden. Vorsicht also bei der Installation von Lampen, Bildern oder Regalen.

Installationen, wie Wasser und Elektrizität sollten zum Innenraum hin vor der Luftdichtheitsschicht untergebracht werden.

Keine Folgeschäden durch Dämmung

Nicht nur in der Außenluft, sondern auch im Inneren von Wohnräumen befindet sich Feuchtigkeit. Bei einer Dämmung muss man berücksichtigen, dass sich diese Feuchtigkeit nicht in Dach und Wänden niederschlägt. Das würde nicht nur die Dämmung beeinträchtigen, sondern auch die Bauteile beschädigen und kann in Folge zu Schimmelpilzbefall führen. Deshalb muss die Dämmkonstruktion so aufgebaut sein, dass sie den Transport der Feuchtigkeit durch das Bauteil erlaubt, oder an der Innenseite des Raums muss eine dampfsperrende oder –bremsende Schicht angebracht werden. Für welche Konstruktion welche Lösung die richtige ist, muss durch einen Fachmann geprüft werden.quelle:das-energieportal.de

Dachdämmung: Eine Wärmehaube fürs Haus

Früher diente der Dachraum meist als Vorratskammer und Stauraum. Deshalb wurde auf eine wärmedämmende Abdichtung verzichtet. Im Gegenteil, eine gewisse Durchlüftung war sogar erwünscht. In vielen Häusern gehen deshalb noch heute enorme Wärmemengen übers Dach verloren.

Dachdämmung für nicht ausbaufähige Dachräume

Nachvollziehbar, dass deshalb die Dämmung der obersten Geschossdecken eine der wenigen konkreten Nachrüstpflichten der EnEV 2002 für Altbauten sind. Die Energiesparverordnung fordert, dass die oberen Geschossdecken bis zum 31.12.2006 gedämmt werden müssen, wenn sich darüber ein nicht ausgebautes Dachgeschoss befindet. Für selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser gilt die Frist jedoch nur bei Eigentümerwechsel. Der Käufer hat Zeit, die Dämmung innerhalb von zwei Jahren zu realisieren. Die Begründung für diese Pflicht: generelle Wirtschaftlichkeit. Also keine Gängelei vom Gesetzgeber, sondern eine Möglichkeit handfest zu sparen.

Diese vom Gesetzgeber vorgeschriebene, relativ kostengünstige Dachbodendämmung bietet sich an, wenn die Dachräume nicht ausbaufähig sind. Werden die Dachräume gar nicht betreten, reicht es die Dämmung fugendicht auf dem Boden zu verlegen und gegen Verrutschen zu sichern. Um darauf zu gehen, können druckbelastbare Dämmstoffe mit Spanplatten oder ähnlichem belegt werden, sonst müssen Kanthölzer die Lastabtragung übernehmen.

Dachdämmung für bewohnte Dachräume

Wenn Dachräume bewohnt sind, sollte eine umfassendere Dachdämmung vorgenommen werden. Damit können die Bewohner schon in der nächsten Heizperiode viel Geld sparen, gleichzeitig wird der Wohnkomfort gesteigert: mehr Wärme und weniger Zugluft.

Worterklärung: Sparren = ein schräger Dachstuhlbalken

  • Aufsparrdämmung
    Steht die Erneuerung der Dachdeckung auf dem Programm, lohnt sich eine Aufsparrendämmung. Bei dieser Dämmmethode wird die Dämmschicht direkt auf die Sparren von außen angebracht. Die Vorteil dieser Methode: Die Dämmung wird nirgendwo unterbrochen, deshalb entstehen keine Wärmebrücken.

Wenn keine komplette Dachsanierung nötig ist, lässt sich der Wärmeschutz auch gut von innen, also zwischen oder unter den Dachsparren anbringen.

  • Zwischensparrdämmung
    Zwischen den Dachsparren ist meist viel Platz, der mit Dämmstoff gefüllt werden kann. Die Dämmstoffdicke sollte mindestens 20 Zentimeter betragen. Reicht die vorhandene Sparrenhöhe dafür nicht aus, lassen sie sich mit Latten meist verlängern.

Die reine Dämmung zwischen den Sparren hat jedoch den Nachteil, dass die Sparren die Dämmschicht unterbrechen. Dadurch entstehen Wärmebrücken, an denen die Wärme des Raumes abfließt. Um diesen Effekt zu begrenzen, ist es möglich, eine zusätzliche Dämmung unter den Sparren anzubringen.

  • Untersparrdämmung
    Die Untersparrendämmung eignet sich als Ergänzung zur vorhandenen Dämmung zwischen den Sparren. Da dies aber den Wohnraum etwas verkleinert, reicht eine Dämmdicke von etwa 50 Millimetern.

Tipp: Neben den klassischen Dämmstoffen stehen auch Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Wolle, Flachs, Hanf oder Getreide zur Verfügung. Vor allem beim Dachausbau bietet es sich aus bautechnischer Sicht an, Naturdämmstoffe zu verwenden. Diese werden sogar im Rahmen eines Förderprogramms bezuschusst.

Keine Folgeschäden durch falsche Dämmung

Nicht nur in der Außenluft, sondern auch im Inneren von Wohnräumen befindet sich Feuchtigkeit. Bei einer Dämmung muss man berücksichtigen, dass sich diese Feuchtigkeit nicht in Dach und Wänden niederschlägt. Das würde nicht nur die Dämmung beeinträchtigen, sondern auch die Bauteile beschädigen. Deshalb muss die Dämmkonstruktion so aufgebaut sein, dass sie den Transport der Feuchtigkeit durch das Bauteil erlaubt, oder an der Innenseite des Raums muss eine dampfsperrende oder –bremsende Schicht angebracht werden. Für welche Konstruktion welche Lösung die richtige ist, muss durch einen Fachmann geprüft werden.

Durchbrüche durch diese dampfsperrende oder –bremsende Schicht für Installationen, etwa von Lampen oder Bildern sollten Sie auf das Notwendige beschränken. Alle anderen Installationen, wie Wasser und Elektrizität sollten zum Innenraum hin vor der Luftdichtheitsschicht untergebracht werden.

Zusätzlich zur Wahl der Dämmmethode und der Dämmstoffe müssen Sie bei der Renovierung Ihres Daches darauf achten, dass folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Brandschutz
  • Schallschutz (ist allerdings in der Regel durch eine gute Wärmedämmung erfüllt).
  • Statische Anforderungen
  • Möglicher Schädlingsbefall bei alten Dachstühlen
  • sommerlicher Wärmeschutz
quelle:das-energieportal.de